Jetzt sag noch einer, Essen sei der Sex des Alters!


Zürich.

Es ist doch so: Wer nicht gern isst, ist ein schlechter Liebhaber. Oder sagen wir es so: Kochen braucht Zeit, genauso wie befriedigender Sex. Wer behauptet, ein Quickie sei besonders geil, lügt! Eine Pizza aus der Tiefkühltruhe, ein Industriekuchen oder ein Burger vom Drive sind nicht mehr wert als ein schneller Orgasmus. Der Effekt ist immer derselbe: Man ist schnell gesättigt und schnell wieder hungrig. Egal ob man sich dem Vergnügen nun allein hingibt oder zu zweit. Und der Katzenjammer folgt stante pede beim Aufwachen oder spätestens auf der Waage oder allerspätestens nach einem Tag der Besinnung. Wobei ehrlicherweise gesagt sein soll, dass ein einsamer Food-Quickie echt Spass macht. Schmatzen, bröseln, rülpsen, kleckern, sich die Finger lecken, mit krummem Rücken über dem Teller oder dem Pappkarton hängen und ihn dann auch noch abzulecken oder die letzten Reste des Plastik-Käses abzukratzen, ohne sich darum zu kümmern ob das jemand despektierlich findet oder wie ungesund das ist – das ist ein urwüchsiges und handfestes Erlebnis!

Ich habe mich gefragt, warum ich mit zunehmendem Alter immer mehr Freude am Essen habe. Die Vermutung, es läge am Verlust von befriedigendem Sex, ist de facto zu weit her geholt und wird hier nicht weiter erläutert.  Das KANN bei richtiger Betrachtung nämlich gar nicht der Fall sein – ebenso wenig wie die Vermutung, die Freude am Essen sei gleich einem Mehr an Körpergewicht.

Über die Antwort werde ich noch etwas nachdenken.

Euer Jochen 

signatur

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