Salade Césare


Zurück von einem Ausflug an die südfranzösische Mittelmeerküste, ein Gedanke darüber, was ich eines Mittags dort ass und das bezüglich der Zutaten nicht im Mindesten dem entsprach, was dieser wohlklingende Name „Salade Césare“ vermuten liess. War es vielleicht die französische Interpretation des eigentlich US amerikanischen Salates, der dem Italo-Amerikaner Cesare Cardini zugeschrieben wird? Eher unwahrscheinlich. Dieses Rezept mit roten Blattsalaten, getrocknetem Baguette, hart gekochtem Ei, Sardellen und frittierten Poulet-Patties mit einer Kruste aus … ich weiss nicht … Corn Flakes vielleicht … schien mir eher der Feder eines minderbemittelten Kochs zu entstammen, dem ambitionierten Sohn eines Fischers aus dem Roussillon vielleicht.
Am Ende aber, mit allem Drumherum, dem eisgekühlten Weissen aus dem Languedoc, dem Ort, an dem das Gericht serviert wurde – neben einer Liege am Strand – sowie mit dem Blick, den ich dabei geniessen durfte, aufs tiefblaue Meer nämlich, und den hochsommerlichen Temperaturen gegen 30 Grad, geriet das Verspeisen dieses Mittagessens zu einem Hochgenuss, dem ein anhaltendes Wohl- und Glücksgefühl folgte.

Einmal mehr zeigt dies: Das Auge isst mit. Und nicht nur das Auge allein … Essen ist eben ein Gesamterlebnis. Genauso wie das Kochen (und am Ende auch ein Gericht selbst) Gesamtkunstwerke sind, die zu erfassen vielschichtig sein kann. Einzige Voraussetzungen dafür: Zeit und die Bereitschaft, sich aufs Verzehren einer Mahlzeit nicht nur als Nahrungsaufnahme einzulassen.

Dankbar – Euer Jochen

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